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Zivilgesellschafliches Bündnis fordert schnelle und effektive Maßnahmen zur Verbesserung der Situation im Pferseer Tunnel für Fußgänger und Radfahrer

Autos, Busse und LKWs brausen mit bis zu 50 km/h durch den Pferseer Tunnel, die Straßenbahn rattert alle paar Minuten durch. Radfahrer haben die Wahl, für eine schnelle Fahrt den Straßenraum mit den motorisieren Verkehrsteilnehmern zu teilen, oder den für sie freigegebenen Fußweg mit zu nutzen, wofür sich die meisten entscheiden. Seit es auf dem Bahnhofsvorplatz und vor dem Nordzugang zum Bahnhof kaum noch kostenlose Radabstellplätze mehr gibt, nutzen etlicher Radler den Gehweg im Tunnel als überdachten Parkplatz.

Viele, die sich ohne schützende Blechhülle durch den Tunnel bewegen, leiden unter dem Lärm und fühlen sich unsicher. "Aus Gründen der Verkehrssicherheit ..." beginnen Schilder, welche die Stadt Augsburg Ende Januar aufgestellt hat. Leider geht es nicht weiter, wie es viele Studien zur Verkehrssicherheit nahe legen würden:

Sehr geehrte Damen und Herren Stadträte,
sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

das war zuletzt eine spannende Zeit: Wird das Bundesverwaltungsgericht Fahrverbote für besonders umweltschädliche Diesel pauschal untersagen oder haben die Kommunen weiterhin Gestaltungsspielraum bei der Entscheidung, wer ihre Stadt verpesten darf? Nun haben wir ein Urteil, das klarstellt: Natür­lich darf eine Kommune selbst bestimmen, was sie den Besitzern der größten Dreckschleudern erlaubt, und was nicht, solange nur die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleibt.

Als mündiger Bürger, die um ihre Gesundheit besorgt sind, kommen wir dann aber aus dem Staunen nicht mehr raus. In Augsburg scheint ja alles schon in Ordnung zu sein! Man hat ja offenbar schon die passenden Mittel parat und (hoffentlich) in der Anwendung. Anders wäre es nicht zu akzeptieren, dass unser Herr Oberbürgermeister Gribl in einem Interview der Lokalzeitung konstatiert, dass das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts für Augsburg nichts verändert hätte, obwohl hier im letzten Jahr regelmäßig die Grenzwerte für NOx-Schadstoffe überschritten wurden.

Verkehrspolitisches Grundsatzprogramm des ADFC Augsburg

Unsere Grundsätze

Das Rad ist Grundbaustein einer lebenswerten Stadt

Der ADFC Augsburg sieht eine lebenswerte Stadt als Grundbedürfnis ihrer Be­wohner an. »Städten mit guten Bedingungen für Fußgänger und Radfahrer wird eine hohe Lebensqualität zugeschrieben, während Städte mit starkem Autoverkehr als unattraktiv empfunden werden. Es muss also etwas dafür getan werden, Städte lebenswert zu gestalten.«[1] 23 % der deutschen Haus­halte haben kein Auto zur Verfügung, bei den Singles liegt dieser Wert sogar bei 43 %[2]. Diese Menschen sind auf eine nah- und radverkehrsfreundliche Stadtgestaltung angewiesen. 82 % der Deutschen wollen keine autogerechte Stadt mehr ha­ben.[3] Im Sinne der Verkehrswende sind die Bürger hier offenbar schon viel weiter als die planenden und entscheidenden Gremien in Verwaltung und Politik.

Wir sehen das Rad als elementaren Baustein einer intelligenten Mobilität und damit auch der notwendigen Verkehrswende:

Sehr geehrte Damen und Herren,

unser Kreisverband ist zuständig für die Landkreise Augsburg sowie Aichach-Friedberg und die Stadt Augsburg. Dazu zählen natürlich auch Holzhausen, Gersthofen und Heretsried. Wie Ihnen sicherlich bekannt ist, findet der in diesem Dreieck geplante Ausbau der St 2036 viel Widerstand, nicht nur in der Bevölkerung sondern auch in der Politik. An dieser Stelle möchten wir uns ebenfalls zu diesem Thema äußern, da es nicht zuletzt auch den Radverkehr, oder allgemeiner, die Möglichkeit, nachhaltiger Verkehrsplanung betrifft, was hier geplant wird.

Zusätzliche Informationen