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ADFC Augsburg stellt sich hinter den Lechsteg zwischen Kissing und Haunstetten

Im Augsburger Stadtrat steht erneut eine Grundentscheidung für oder gegen einen Übergang für Fußgänger und Fahrradfahrer über den Lech beim Weitmannsee an. Dieser Steg ist seit mindestens 20 Jahren in der politischen Diskussion – und bereits Bestandteil der Netzplanung der Stadt Augsburg für die Fahrradstadt 2020.

Der ADFC nimmt die anstehende Abstimmung zum Anlass, für diese Baumaßnahme Stellung zu beziehen.

Dies aus folgenden Gründen:

  • Von keiner Einzelmaßnahme innerhalb der Planungen für die Fahrradstadt erwarten wir eine größere Steigerung der Radnutzung, und zwar gleichermaßen für das Pendeln, den örtlichen Freizeitverkehr und den Tourismus.
  • Von keiner Einzelmaßnahme erwarten wir eine stärkere Reduktion des PKW-Verkehrs. Hunderte der Berufspendler, die derzeit noch mit dem Auto Richtung München fahren, hätten einen bequemen Zugang zum Bahnhof Kissing und würden mit dem Zug nach München pendeln. Aber auch für den Freizeitverkehr der Region würde dieser Übergang viele neue und interessante Ziele erschließen für die autofreie Naherholung.
  • Der 11.000-Einwohner Ort Kissing würde ganz außerordentlich von diesem Übergang profitieren, aber auch der Augsburger Stadtteil Haunstetten und das Univiertel.
  • Wir sehen den Lechsteg als konstruktive Maßnahme, das Verkehrsaufkommen im Augsburger Osten zu reduzieren und das Projekt B2 neu/Osttangente überflüssig zu machen.
  • Der Eingriff in die Natur erscheint vernachlässigbar:
    • alle Zu- und Abwege existieren schon,
    • kein Naturschutzgebiet wird durchschnitten,
    • keinerlei Belastungen durch Lärm oder Schadstoffe sind zu erwarten.

Deshalb gehen wir davon aus, dass vorgebrachte Bedenken seitens einiger Naturschutzverbände im weiteren Planungsverfahren geklärt werden können. Dazu zählen auch

  • Einwände, dass die Brücke die Umsetzung des sog. „Licca Liber-Projekt“ (eine großflächige Renaturierung der Lech-Flusssohle) behindere
  • Einwände, dass durch den Übergang ein „dramatischer Hundetourismus“ mit entsprechenden Umweltbelastungen durch Hundekot entstehen würde.

Die Position des ADFC ist deshalb – durchaus mit dem Blick auf Mensch und Natur – eindeutig: wir befürworten diese Brücke und wir finden sie notwendig für die weitere Entwicklung des Radverkehrs in der Stadt und in der Region.

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Nachtrag: Am 19.7. hat der Bauausschuss beschlossen, den Steg über den Lech in das Augsburger Stadtentwicklungskonzept aufzunehmen. a.tv hat für seinen Bericht darüber auch mit unserem Vorstandsmitglied Arne Schäffler gesprochen: https://www.augsburg.tv/mediathek/video/ein-neuer-steg-ueber-den-lech-die-diskussion-laeuft-wieder/

 

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