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zum Vergrößern hier klickenIm Oktober 2016 haben wir während der Abschlussveranstaltung des Stadtradelns eine Aktion durchgeführt, in der wir den Verantwortlichen unterschiedliche Möglichkeiten aufgezeigt haben, wie man neben Schutzstreifen auch ganz ohne große Ausgaben auf vielfältige Weise den Radverkehr vor allem deutlich spürbar fördern könnte. Die gesammelten Ideen sind bei uns seither nicht etwa wieder in der Versenkung verschwunden. Vieles ist nach wie vor brandaktuell. So wurde tatsächlich während des Aktionszeitraums des Stadtradelns 2017 die von den Grünen dankenswerterweise beantragte Teilnahme an der Meldeplattform Radar für die Augsburger Bürger freigeschaltet. Wenn auch nur für diesen kurzen Zeitraum, ist die Richtung hier gut. In anderen Bereichen tut sich dagegen leider noch nicht so viel.

Deshalb wollten wir es von den Besuchern der Radlnacht vor der Fahrt wissen. Was wollen eigentlich die Augsburger in Sachen Verkehr? Sechs Maßnahmen standen zur Auswahl, u. A.:

  • PKW-freie Altstadt,
  • mehr Falschparkerkontrollen,
  • mehr Tempo-30-Straßen und -Zonen,
  • lieber Lastenräder als LKWs in der Fußgängerzone,
  • einen Fahrradstadt-Hausmeister oder
  • Start und Ziel der Radlnacht wieder an einer Position.

Verkehrspolitisches Grundsatzprogramm des ADFC Augsburg

Unsere Grundsätze

Das Rad ist Grundbaustein einer lebenswerten Stadt

Der ADFC Augsburg sieht eine lebenswerte Stadt als Grundbedürfnis ihrer Be­wohner an. »Städten mit guten Bedingungen für Fußgänger und Radfahrer wird eine hohe Lebensqualität zugeschrieben, während Städte mit starkem Autoverkehr als unattraktiv empfunden werden. Es muss also etwas dafür getan werden, Städte lebenswert zu gestalten.«[1] 23 % der deutschen Haus­halte haben kein Auto zur Verfügung, bei den Singles liegt dieser Wert sogar bei 43 %[2]. Diese Menschen sind auf eine nah- und radverkehrsfreundliche Stadtgestaltung angewiesen. 82 % der Deutschen wollen keine autogerechte Stadt mehr ha­ben.[3] Im Sinne der Verkehrswende sind die Bürger hier offenbar schon viel weiter als die planenden und entscheidenden Gremien in Verwaltung und Politik.

Wir sehen das Rad als elementaren Baustein einer intelligenten Mobilität und damit auch der notwendigen Verkehrswende:

Radfahren macht Spaß, ist gesund, schnell, praktisch und günstig. Und vergleichsweise ungefährlich. Trotzdem zeigt ein Blick in die Unfallstatistik von Augsburg, dass es nicht vollkommen gefahrlos ist. Im Schnitt kommt jedes Jahr wenigstens ein Radfahrer allein im Stadtgebiet Augsburg ums Leben. (Unfallstatistik der Polizei 2014, Seite 59) Jetzt könnte man achselzuckend argumentieren, dass man ja immer ein Restrisiko habe. Die Aussage wäre sicherlich richtig, aber die Getöteten sind im Wesentlichen ja nur die Spitze des Eisbergs. Sieht man sich die Zahlen der Verletzten an, wird deutlich, dass es noch eine Menge Nachholbedarf in Sachen Unfallvermeidung gibt. Da sieht der Mittelwert der letzten 11 Jahre nämlich nicht mehr so rosig aus: Fast 500 Radfahrer werden jedes Jahr verletzt. Die Dunkelziffer aller nicht von der Polizei erfassten Unfälle würde diese Zahl jedoch sicherlich noch weiter in die Höhe treiben.

Am 10.12.2015 wurde zwischen dem Kreisverkehr am Mediamarkt Gersthofen und der Biberbachstraße eine 54-jährige Frau bei einen Unfall mit einem rechtsabbiegenden LKW getötet. Als Mahnmal wurde dieses Ghost-Bike aufgestellt. Wir bitten darum, im Andenken an die Verstorbene, dieses Ghost-Bike respektvoll zu behandeln.

Ghost-Bike in Gersthofen am Mediamarkt

Wir wünschen allen Angehörigen und Hinterbliebenen und ebenso dem LKW-Fahrer die Kraft, mit diesem Verlust umgehen zu können. Worte können hier nur wenig trösten. Was bleibt ist die Erinnerung daran wach zu halten, dass es hier um Menschenleben geht und sich dafür einzusetzen, dass so etwas nicht wieder vorkommt.

Das Ghost-Bike soll nicht nur daran erinnern was hier geschah sondern auch mahnen, dass es in Augsburg noch viel zu tun gibt, um die Verkehrssicherheit von Fuß- und Radverkehr zu gewährleisten. Verkehrsplanung und gegenseitige Rücksichtnahme müssen dazu Hand in Hand gehen. Gerade eine durchdachte Verkehrsplanung ist die Grundlage für sicheres Radfahren. Wir wünschen uns auf diesem Wege auch eine Verbesserung der Umstände, damit Unfälle dieser Art nicht wieder geschehen. Denn eigentlich möchten wir keinen Anlass haben, um Ghost-Bikes aufzustellen. Für weitere Hintergründe, siehe auch der Artikel Rechtsabbieger, Radwege und Geisterräder.

Zusätzliche Informationen