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Es ist ein dickes Ding, dass in Augsburg auch vier Jahre nach dem Stadtratsbeschluss Fahrradstadt sein zu wollen, Parkplätze im Bauausschuss immer noch wichtiger sind, als nachhaltige Mobilitätskonzepte zu fördern. Statt neuer Schutzstreifen wollte man in der Deutschenbaur-Straße lieber an seinen Parkstreifen festhalten, obwohl selbst aus der Verwaltung zu hören ist, dass der Parkdruck dort problemlos über die direkt angrenzenden Seitenstraßen aufgefangen werden kann. Dem einen oder anderen ist es sicherlich aufgefallen, dass der ADFC Augsburg an dieser Stelle sehr still war. Das sollte aber keine Teilnahmslosigkeit signalisieren oder gar Zustimmung. Wir wollten dieses mal einfach den richtigen Rahmen abwarten.

Denn am 12.10.2016 war die Abschlussveranstaltung zum diesjährigen Stadtradeln (nebenbei: zu diesem Zeitpunkt 11. Platz von fast 500 Teilnehmenden Kommunen, sicher ein gutes Ergebnis). Und dort ließen wir es uns nicht nehmen, mal unsere andere Seite zu zeigen. Nach der Ansprache unseres Oberbürgermeisters Herrn Gribl und unseres Baureferenten Gerd Merkle kam, wie noch jedes Jahr seit unserer ersten Teilnahme am Stadtradeln, auch wieder János Korda als Vorstandsmitglied des ADFC Augsburg als Redner zu Wort. Die Message war dieses mal klar und deutlich: Signale wie die aus dem Bauausschuss finden wir als ADFC einer Fahrradstadt unwürdig. Dabei sollte es unserer Meinung nach auch nicht einfach nur bei Infrastrukturmaßnahmen bleiben. Das haben wir mit einer kleinen Plakataktion noch ein mal unterstrichen. Denn auch wenn wir weiterhin eine Aufstockung des Etats für den Radverkehr fordern, gäbe es selbst in einer klammen Kommune mit wenig finanziellen Mitteln genügend Möglichkeiten, sich für das Rad einzusetzen. Das reicht von einer allgemein etwas nachhaltigeren Verkehrsgestaltung über bessere Öffentlichkeitsarbeit und Bewerbung des Rads bis zu ernsthaften Falschparkerkontrollen oder auch einer PKW-freien Altstadt.

In einer kleinen aber sehr positiv aufgenommenen Plakataktion haben wir auf unsere Ideen hingewiesen, was in dieser Stadt auch ganz ohne große finanzielle Mittel möglich wäre, wenn man denn nur wollte. So konnten wir auch unser Ziel erreichen, etwas mehr Leben in diese politisch nicht unwichtige Veranstaltung zu bringen. Das Interesse war groß und wir würden uns natürlich freuen, wenn man von Seiten der Politik und Verwaltung näher darauf eingeht. Denn eines ist sicher: Wenn wir bis 2020 tatsächlich auf 25 % Radverkehrsanteil kommen wollen, muss Augsburg sich langsam auf die Hinterbeine stellen. In diesem Sinne: Da geht mehr. Packen wir's an!

Einen ersten Erfolg haben wir wohl nicht zuletzt Gerd Merkle zu verdanken. In der nächsten Bauausschusssitzung wurde u. a. das Thema Deutschenbaurstraße diskutiert, ob man denn nun wirklich unbedingt Schutzstreifen brauche, wie wichtig doch die Autoparkplätze für die Arbeitnehmer dort wären, die auch mal 30 km zur Arbeit fahren müssten, und ähnliches. Der Vorschlag unseres Baureferenten war dann aber, dass man es auch einfach ausprobieren kann. Gelbe Streifen, statt der weißen, um das als Übergangsmaßnahme zu deklarieren. Und dann wird man schon sehen, ob das KFZ-Abendland untergeht, oder die Leute es hin kriegen, auch einfach mal 150 m bis um die Ecke zu gehen, um ihr Auto in der Seitenstraße bequem zu erreichen.

Für alle Interessierten, die nicht dabei sein konnten, sind alle Plakate unserer Vorschläge und die dazu gehörigen Argument hier verlinkt.

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