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„Fahrradstadt 2020“ – „Augsburg muss fahrradfreundlicher werden“ – „Was sich Augsburgs Radler wünschen“ – diese und andere Schlagwörter und Slogans hört und liest man dieser Tage an fast jeder Ecke. Dass das Thema „Fahrrad“ in den letzten Jahren auch in der Fuggerstadt deutlichen Aufwind bekommen hat, freut viele Bürgerinnen und Bürger, ganz besonders aber die Mitglieder des ADFC Kreisverbandes Augsburg, die Ende Januar zur jährlichen Mitgliederversammlung geladen waren.

Auf nunmehr 25 Jahre des Bestehens, in denen die Mitgliederzahl auf sage und schreibe 1450 angewachsen ist, kann der Kreisverband zurückblicken. So kann man fast kaum glauben, dass die Geschicke seit einigen Jahren von nur 3 Leuten in einem Vorstandsteam plus Unterstützung durch eine hauptamtliche Kraft in einem sogenannten geringfügigen Beschäftigungsverhältnis gelenkt werden. Während János Korda den Bereich der Verkehrspolitik abdeckt und Christoph Sperl für Verwaltung von Geschäftsstelle und Finanzen verantwortlich zeichnet, betreut Petra Kraft neben der Erfüllung repräsentativer überregionaler Aufgaben den Bereich der Touren. Obwohl der Vorstand von vielen Ehrenamtlichen unterstützt wird, fehlen vor allem für die überaus wichtige Pressearbeit und für die Urlaubsvertretung in der Geschäftsstelle engagierte Menschen. Hier appellierte János Korda an die versammelten Mitglieder, mitanzupacken – und sei es auch nur einmal für ein kleines Projekt, für wenige Stunden oder aber auch als sogenannter Vorstandsbeauftragter.

Dass der Verein nicht nur altgediente Aktive oder Insider anspricht, zeigte sich einmal mehr darin, dass auf der jährlichen Versammlung viele neue Gesichter zu sehen waren. Thematisiert und kritisiert wurden in der Aussprache zum einen die durch den Königsplatz neu geschaffenen Verhältnisse wie beispielsweise die Situation in der Konrad-Adenauer-Allee oder der jüngste Unfall einer Radfahrerin, ein typischer Rechtsabbiegeunfall, der dem toten Winkel eines LKW geschuldet war. Hier versicherte Landesvorsitzender Armin Falkenhein, dass im ADFC-Gesamtverband mit allen Kräften daran gearbeitet werde, sogenannte Assistenzsysteme für LKW zur Pflicht zu machen.

Ein Projekt, das einen guten PR-Effekt für den Kreisverband erwarten lässt, ist die geplante Kooperation von Stadtwerken, ADFC und einem Fahrradhersteller. Nach dem Vorbild des MVV in München wollen die Stadtwerke Augsburg zu absolut günstigen Konditionen ein Faltrad vermarkten. Da Falträder im eingeklappten Zustand wie ein Gepäckstück zählen, geht die Rechnung doppelt auf: keine Mitnahmegebühr im ÖPNV bei erhöhter Mobilität. Die Mitgliederversammlung jedenfalls hieß diese Initiative gut und fasste hierzu einen positiven Beschluss.

Stolz zeigte sich die Spitze des Kreisverbandes über das jährliche Tourenprogramm, das heuer druckfrisch zur Jahreshauptversammlung präsentiert werden konnte. Es enthält neben den Terminen für 2 GPS-Kurse und einem Radflohmarkt rund 50 Touren: von der einfachen Wiedereinsteigertour über die Feierabendrunde bis hin zu anspruchsvollen Tages- oder Mehrtagestouren dürfte hier für jeden Geschmack und jede Kondition etwas Passendes dabei sein. Erhältlich ist das handliche Heftchen in fast allen Fahrradläden, öffentlichen Orten wie Stadtbücherei oder Tourismusbüro und natürlich im Infoladen des ADFC in der Heilig-Kreuz-Straße 30.

Ein weiteres Standbein des Vereins ist die Bikekitchen, die Selbsthilfereparaturwerkstatt in den Räumen der Geschäftsstelle, die nun bald in ihr 4. Jahr geht. Jeden Donnerstag von 18-20 Uhr und jeden ersten Freitag im Monat von 16-20 Uhr wird hier Hilfe zur Selbsthilfe geleistet. Wie Vorstandsmitglied Christoph Sperl berichtete, erfährt die Geschäftsstelle hierdurch eine optimale Auslastung und die nicht zu knappen Spenden der Gäste tragen in erheblichem Umfang zu den Einnahmen bei. Dem Team der Bikekitchen sowie allen anderen ehrenamtlich Aktiven, die zum Gelingen der über das Jahr verteilten Aktionen beigetragen hatten, sprach Sperl im Namen des Gesamtvorstandes großen Dank aus. Für seine akribische Arbeit bezüglich der Vereinsfinanzen durfte wiederum Sperl ein dickes Lob aus dem Munde von Kassenprüfer Herbert Schwarz entgegen nehmen. Die Mitgliederversammlung honorierte die Sorgfalt des Schatzmeisters mit dessen einstimmiger Entlastung.

Auf vielfache Art gestärkt und bestätigt kann der Kreisverband der Landesdelegiertenversammlung, die im März diesen Jahres in Augsburg stattfindet, gelassen aber auch mit einer gewissen Spannung entgegen sehen: neben Grußworten von Landrat und Bürgermeister wird Innenminister Herrmann sprechen. Landesvorsitzender Armin Falkenhein erwartet sich von Letzterem „perspektivische Aussichten“ für den Radverkehr in Bayern. Auf lokaler Ebene ist dagegen der Kreisverband gefordert, sein Wissen und seine Positionen in das bürgernahe Projekt „Fahrradstadt 2020“ einzubringen. Auch wenn zu diesem Zeitpunkt noch nicht garantiert ist, dass sich die Wünsche des ADFC Augsburg erfüllen und alle Pläne aufgehen, darf hier trotzdem getrost schon einmal das aktuelle Motto des verkehrspolitischen Programms des Bundesverbandes zitiert werden: „Wir bewegen was!“

 

Claudia Rieß

 

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